Geschichte

1888 – 1938

Die Blaukreuzmusik Basel wurde vom Blaukreuzverein 1888 mit 8 Mann gegründet. Dirigent und Instrumente wurden von den Mitgliedern durch Fr. 1.- pro Woche finanziert (was damals recht viel war). Da alle Spieler ihr Instrument erst erlernen mussten, probten sie jeden Abend, bis zu ihrem ersten Auftritt an einer Baselbieter Sommerkonferenz 1888. Durch die Beteiligung am internationalen Blaukreuz-Bundesfest in Zürich 1895, wurden sie bekannt und oft von den Zürchern zu verschiedensten Anlässen hinzugezogen.

1909 wurde die Blaukreuzmusik Basel jedoch schon wieder aufgelöst, wegen Unstimmigkeiten bezüglich eigene Fahne, höhere Subvention und Dirigentendemission. Schon im selben Jahr gewann das musikalische Verlangen wieder die Oberhand – Der (kleinbaslerische, vom Blaukreuzverein unabhängige) Blaukreuzverein Basel II wurde gegründet und 1913 mit der wieder entstandenen Blaukreuzmusik Basel vereint.

1926 wurde die Blaukreuzmusik Basel in den Blaukreuzmusik-Verband aufgenommen. Schnell ging nun ihre Entwicklung voran: 1927 wurden die neuen Uniformen eingeweiht, 1930 die eigene Fahne und 1934 betrug die Mitgliederanzahl bereits 34 Mann.

Als in der Mitglieder-Versammlung vom 10. Januar 1887 von Herrn Joh. Kestenholz-Balz die Gründung einer Musik angeregt wurde, da war die aus den Herren Nabholz, Isenegger, Mattmüller und Bauder bestehende Kommission voll Bedenken. Die Basler Freunde waren in ihrer Frömmigkeit etwas ängstlicher als Bovet. Posaunentöne schienen ihnen nicht für eine Rettungsarbeit zu passen. So wurde nach längerer Diskussion beschlossen, auf die Anregung nicht einzutreten, aber zur Beruhigung der Musikfreunde gleich beigefügt, man wolle die Sache wenigstens für ein oder zwei Jahre verschieben. Doch solange wollten die Antragsteller nicht warten. Sie förderten ganz im stillen den Plan, und im Frühjahr 1888 schritten sie zur Gründung einer Blaukreuz-Musik. Bereits im Oktober 1887 konnten durch Herrn Kestenholz acht Mann zusammengerufen werden. Es waren dies:

  1. Kestenholz Es-Horn
  2. Ruser Es-Piston
  3. Jenni Flügelhorn
  4. Weibel Trompete
  5. Erni, Adolf Es-Trompete
  6. Gysin, Gottlieb Es-Althorn
  7. König F-Bass
  8. Handschin B-Basstrompete

Bald kamen neue Mitglieder hinzu, u.a. Strub (Posaune), Banholzer (Tenorhorn), Langhard (Posaune), Carl Danzeisen (zweite Trompete), Jean Wirth (Es-Piston) als Ersatz des nicht musikalischen Ruser, Hunziker, Engelhard usw. Es waren fast alle schon ältere Männer, weil die Gründer der Ansicht waren, junge Leute würden bald wieder weggehen. Um die Mitglieder anzulernen und im Musizieren auszubilden, gelangte Herr Kestenholz an Herrn Fritz Siegin-Doninger mit der Bitte, die musikalische Leitung zu übernehmen, welchem Wunsche Herr Siegin entsprach. Der Anfang war recht schwierig, fehlten doch zunächst alle finanziellen Mittel. Eine allgemeine Sammlung zu ihrer Beschaffung war überhaupt nicht möglich, weil der Bevölkerung das junge Blaukreuzwerk noch wenig bekannt war. Die Mitglieder der Blaukreuz-Musik verpflichteten sich deshalb anfangs, wöchentlich einen Franken, später einen halben zur Anschaffung von Instrumenten und zur Honorierung des Dirigenten zu leisten. Das Opfer, das die Musikanten brachten, war ein grosses wenn man bedenkt, welch grossen Wert das Geld damals hatte. Die ersten Übungen wurden im Peterssaal am Peterskirchplatz abgehalten. Das Anlernen war für die schon meistens älteren Männer nicht leicht. Doch scheuten sie keine Opfer an Zeit. Fast jeden Abend sassen einige beieinander, um das vom Dirigenten in den Musikproben Gelernte zu befestigen, und mit welchem Eifer! Bald war es ihnen möglich, ein Lied zu spielen, und zwar: "Rufst du, mein Vaterland".
Vom Auftreten der neuen Musik hören wir zum ersten Mal an einer Baselbieter Sommerkonferenz im Jahre 1888. Im Winter 1888/89 konnte auch gemeinsam mit dem Gemischten Chor des Blaukreuzes ein Kirchenkonzert in der Martinskirche veranstaltet werden, an dem die Musik mit folgenden Stücken aufwartete:

Choral: Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘
Vereinslieder: Fest und treu, wie Daniel war, Zum Kampf, ihr Streiterscharen
Vortragsstücke: Der Herr ist mein Hirte, Psalm 26

Als im August 1889 das internationale Bundesfest des Blauen Kreuzes in Bern stattfand, an dem sich etwa 1100 Vereinsgenossen aus der Schweiz, aus Deutschland, aus Frankreich und aus Belgien beteiligten, da trafen auch schon fünf Blaukreuz-Musiken, die Basler und die vier welschen von Tramelan, Chaux-de-Fonds, Neuchâtel und La Sagne, ein und wurden von der Stadtberner Blaukreuz-Musik am Bahnhof aufs freundlichste empfangen. Herr Pfarrer Bovet, der grosse Förderer der Blaukreuzmusiksache, veranlasste den Basler Dirigenten F. Siegin, auf diesen Anlass hin leichte Vereinsmärsche unter Benützung von Vereinsliedern zu komponieren. Die Basler Musik liess die Ouverture "Josef in Ägypten" von Méhul erklingen.

Die Beteiligung am internationalen Blaukreuz-Bundesfest 1895 in Zürich war es, die wohl auch später die Zürcher Blaukreuzler bewogen hat, zu ihren Anlässen die Basler Blaukreuz-Musik kommen zu lassen. So berichtet Freund Lüdin, dass sie 1897, vom Blaukreuzverein Zürich zu einem grossen Fest engagiert, mit 33 Mann angetreten sei. "Am 7. Dezember 1898 wagte die Musik einen neuen Vorstoss. Es sollte eine grosse Trommel (Pauke) angeschafft werden. Das Blaukreuz-Vereinsprotokoll sagte hiezu, dass man in Basel nun nicht mehr länger sich ablehnend verhalten dürfe, dass aber diese Trommel zwar bei Spaziergängen und auf offener Strasse, aber nie in Kirchen oder im neuen Vereinslokal gebraucht werden dürfe. Damit war ein früherer Beschluss, der die Trommel überhaupt verboten hatte, aufgehoben. Wir wissen allerdings, dass unsere Musik später von ihrer Trommel auch in den Kirchen und im Vereinssaal freien Gebrauch gemacht hat. Warum auch nicht?"

Beim internationalen Blaukreuz-Bundestag in Bern am 12./13. Juli 1899 zeigte es sich, wie die Musiksache im Blauen Kreuz sich namentlich in der welschen Schweiz stark durchgesetzt hatte; ausser der Berner Blaukreuz-Musik beteiligen sich die von Basel, St-Imier, Tramelan, Genf, Château-d`Oex, Glion-Montreux, Vevey, La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Neuchâtel, Boudry, Lavaux und Carouge. Diese 14 Kapellen mit zirka 350 Musikanten spielten im Münster und in der Festhütte. Der Dirigent der Basler Blaukreuz-Musik, Siegin, war der Hauptdirigent des Tages und erhielt damals auch von Pfr. Arnold Bovet, der den ganzen Bundestag musterhaft organisiert hatte, den Auftrag, aus dem Blaukreuz-Liederbuch ein Buch für alle Blaukreuz-Musiken zu gestalten.
Ins Jahr 1903 fiel eine traurige Fahrt für unsere Blaukreuz-Musik, die aber doch etwas Erhebendes hatte. Am 14. Mai wurde Pfr. Arnold Bovet in Bern zu Grabe getragen, und der Basler Blaukreuzverein hatte seine Musik dazu abgeordnet. Noch im Zuge schrieb W. Siegin an seinem Trauermarsch und übte ihn mit seinen damals sehr leistungsfähigen Mannen ein.

Der Leichenzug war so, wie die Bundesstadt Bern wohl noch nie einen gesehen. "Der populärste Mann in Bern" sei bestattet worden, schrieb damals die "Tagwacht", das sozialdemokratische Blatt. Ausser unserer Baseler Blaukreuz-Musik spielten zwei andere Kapellen ihre Trauermärsche, als Tausende den Gründer des deutschschweizerischen Blauen Kreuzes auf den Bremgartenfriedhof geleiteten, und wer das erlebt hat, kann es kaum vergessen; besonders wer, wie Freund Lüdin das von sich berichten kann, den lieben Pfarrer Bovet noch wenige Tage vor seinem Tode in Basel hatte begrüssen können.
Am 5. Juli 1909 stieg eine dunkle Wolke auf. Die Blaukreuz-Musik wollte eine eigene Fahne haben, und das rief im Verein Bedenken hervor. Verschiedene Klagen veranlassten den Dirigenten Siegin zur Demission; der Vorstand der Musik verlangte vom Verein erhöhte Subvention, da die Vereinsmitglieder die Konzerte sehr spärlich besuchten und darum die Erträgnisse nur klein waren. Die Forderung rief neue Misshelligkeiten, besonders des Dirigenten wegen, den die Musik behalten wollte. Es kam so weit, dass am 16. November die Musik, allerdings mit schwachem Mehr, sich als aufgelöst erklärte.

Doch konstituierte sie sich, und zwar als "absolut unabhängig vom Blaukreuzverein", sofort wieder, und der Gemischte Chor erklärte sich mit ihr solidarisch. Das kam Schlag auf Schlag; schon am 5. Dezember 1909 gründeten die beiden Korporationen mit einigen Freunden ein "freies Blaukreuz", genannt Blaukreuzverein Basel II mit Sitz in Kleinbasel.

Es gab anfangs 1910 noch Differenzen wegen dem Eigentumsrecht an den Musikinstrumenten. Um des lieben Friedens willen verzichtete der Grossbasler Verein endlich auf seine Ansprüche. Aber am 29. Oktober 1911 meldet das Protokoll, dass man wieder eine eigene Musik wünsche, besonders weil die Blaukreuz-Musik und der Verein Basel II im Begriff waren, mit seinen Anhängern zum Guttempler-Orden überzugehen. Der Vereinsvorstand zögerte. Man hatte nach dem Vorgefallenen nicht den Mut, schon wieder eine neue Musik zu gründen. Auch fanden manche Vereinsgenossen, das gute Streichorchester des Jünglingsbunds genüge, es könnten ja zu seiner Verstärkung einige Bläser sich hier anschliessen.

Am 12. Oktober 1912 sprach sich Pfarrer Ernst Stähelin, der Präsident des an Stelle des im Guttempler-Ordens aufgegangenen Blaukreuzvereins II neu gegründeten Blaukreuzvereins Kleinbasel dahin aus, "es könnten doch die Musikliebhaber der beiden Blaukreuzvereine sich zusammentun, um regelmässige Proben wieder aufzunehmen." Der Antrag fand Anklang und die Musikfreunde bekamen neuen Mut.

Aber gut Ding will Weile haben, hiess es auch hier, denn erst ein Jahr später, nämlich am 2. September 1913, wurde durch die Freundlichkeit des Grossbasler Frauenarbeitskränzchens beschlossen, zum Wiederaufleben der Musik 200 Fr. zu schenken. Am 29. Februar 1914 stiftete auch das Kleinbasler Arbeitskränzchen 150 Fr.

Ist so in Vater Haslers Bericht in galanter Weise erst hervorgehoben, was die guten Blaukreuz-Frauen zum Wiederaufleben der Blaukreuz-Musik geleistet haben, so sind nun doch auch die Männer zu nennen, die am meisten dazu getan haben. Da wären zuerst zu nennen die Namen Hermann Lüdin und Emil Aegerter. Freund Lüdin, der schon 20 Jahre in der alten Blaukreuz-Musik mitgewirkt hatte, war es, der schon 1913 zuerst die Anregung im Verein machte, wieder die Musik ins Leben zu rufen; als sie abgewiesen worden war, griff Freund Aegerter den Gedanken im Nächsten Jahr wieder auf und wurde dabei vom Leiter des Gemischten Chors, Ch. Schmiedtmann, warm unterstützt. So konnte also im September 1913 die Blaukreuz-Musik neu konstituiert werden.

Das Präsidium übernahm auf Wunsch des Blaukreuzverein Freund Urban Nabholz, zu seinem Stellvertreter wurde Hermann Lüdin gewählt. Als Dirigenten gewann man einen bewährten Musikveteranen, Buchmüller, und als Aktivmitglieder stellten sich dazu die Freunde G. Strub, E. Hüglin, H. König, W. Kohler, W. Ingold, W. Gerspach, Vater und Sohn J. Meier und die Brüder E. und G. Gysin. Die ersten Proben wurden wieder im Gartensaal des Blaukreuz-Hauses, die späteren im Zunfthaus zu Gartnern abgehalten. Am "Messgemütlichen" 1913 stellt sich die neue Musik zum ersten Male dem Blaukreuzverein mit ihrem Spiele vor und wurde begeistert begrüsst.

Der 1914 ausbrechende Krieg warf natürlich auch seine trüben Schatten auf die neugegründete Musik. Auch wurde die Entwicklung durch den Satz der Statuten, der die Zahl der Aktivmitglieder auf zwölf beschränkte, arg gehemmt. Als dann noch der Tod mehrere Mitglieder, nämlich Gottlieb Gysin und Willi und Fritz Ingold den Freunden entriss, brauchte es nicht geringer Anstrengungen, die kleine Musik am Leben zu erhalten.
Als im Oktober 1916 die Musik dem Verein die Anschaffung von vier weiteren Instrumenten meldete, konnte sich der Vorstand nicht entschliessen, die dafür gewünschten 300 Franken zu bewilligen; aber die Instrumente wurden doch angeschafft und damit die hindernde Statutenbeschränkung auf 12 Musikanten beiseite geschoben.
Freund Nabholz legte im Jahre 1918 das Präsidium nieder und an seine Stelle wurde Jakob Meier gewählt. Auch Vater Buchmüller war amtsmüde geworden. Er trat vom Dirigentenposten zurück und wurde als Dank für seine geleisteten Dienste von der Mitgliederversammlung zu Ehrenmitglied ernannt. Der Taktstock wurde nun dem Mitglied Jakob Ott anvertraut.

Jakob Meier trat 1919 vom Präsidium wieder zurück, und nun wurde Hermann Lüdin zum Vorsitz berufen, den er bis 1923 inne hatte.

Der Jahresbericht von 1922 hebt ganz besonders den Eifer hervor, mit dem der Dirigent Ott durch Spezialübungsstunden mit den einzelnen Stimmen die Musik in ihrer Leistungsfähigkeit zu steigern trachtete.

Aber das Jahr 1923 brachte verschieden Entscheidungen und Änderungen. Die Basler Blaukreuz-Musik hatte bisher dem "Verband schweizerischer Posaunenchöre" angehört. Da nun 1923 der "Verband schweizerischer Blaukreuz-Musiken" feste Gestalt gewonnen hatte, wurde die Frage akut, ob man sich auch hier anschliessen wolle. Präsident H. Lüdin betrachtete das als selbstverständliche Pflicht, konnte aber die Zustimmung der Mitglieder jetzt noch nicht gewinnen und legte deshalb den Vorsitz nieder. Er wurde durch Gottlieb Strub ersetzt, der einer der Miterneuerer gewesen war.

Im Jahre 1926 wurde er durch Louis Jaberg abgelöst. In diesem Jahr kam viel Neues und Erfreuliches ins Vereinsleben. Der neue Dirigent, Eugen Wohlschlegel, der gewählt wurde, nachdem Ende Juni Jakob Ott zurücktrat, scheute keine Arbeit und Mühe, die Musik zu neuer Leistungsfähigkeit zu bringen. Am 15. August wurde die Blaukreuz-Musik Basel an der Delegiertenversammlung der schweizerischen Blaukreuz-Musiken in Bern in ihren Verband aufgenommen.

1927: Der Haupttag dieses Jahres war der 25. September mit der Einweihung der neuen hübschen Uniformen. Die Blaukreuz-Musiken von Bern, Biel und Neuenburg und andere Musikvereine Basels hatten ihre Abordnungen zu der schönen Feier gesandt. An der Jubiläumsfeier zum 50jährigen Bestand des Basler Blaukreuzvereins am 2. Oktober wurde dann zum ersten Mal die Uniform beim Festzug öffentlich getragen und dabei freudig musiziert.

Das Jahr 1929 brachte die schwerwiegende Tatsache eines Dirigentenwechsels. Zwar als am schweizerischen Blaukreuz-Musikfest in Bern, am 2. Juni, die Basler Musik sich mit achtzehn zum Teil sehr starken Korps im Wettkampf erfolgreich mass, da führte noch Herr Wohlschlegel den Stab, aber auf den 30. September hatte er seine Demission eingereicht. In Wilhelm Kohler fand die Musik einen vollgültigen Ersatz. Er war ihr nicht unbekannt, diente er ihr doch seinerzeit (1914) als tüchtiger erster Trompeter. Eine Zeit des Aufschwungs in jeder Beziehung begann nun, eine grosse Aktivität machte sich fühlbar und die Anlässe, an denen Tüchtiges geleistet wurde, mehrten sich.

1913: Den Höhepunkt dieses Jahres hatte schon am 10. August die Fahnenweihe gebildet. Lange genug hatte man sich danach gesehnt, ein eigenes Banner zu besitzen, nun endlich war der Wunsch in Erfüllung gegangen. Der Weihetag schloss sich an die am 9. August stattfindende Delegiertenversammlung des Blaukreuz-Musikverbands an, und mit den Abgeordneten kam die Blaukreuz-Musik Biel als Patenverein an neben ihr stellte sich der Abstinente Staatsarbeiter-Verband als anderer Patenverein. Im stattlichen Festzuge, der am 10. August durch die Strassen zog, wehten 14 Banner. Im vollbesetzten Gemeindehaus St. Matthäus fand die schöne Feier statt, in der Blaukreuzagent Alder die Fahne der Musik übergab; zum getreuen Bannerherrn wurde das älteste Mitglied, Freund Lüdin gewählt, er versah dieses Amt bis zum Jahr 1946. 1933 brachte wieder einen Wechsel in der Leitung der Musik. An Stelle des demissionierenden Louis Jaberg wurde Oskar Betz, ein langjähriges Mitglied und wohl der richtige Mann für diesen Posten, gewählt. Eine schöne Reise über Furka und Grimsel führte diesmal die Musikanten in die Weite, und auf der Heimreise begrüssten sie die Freunde in Bern.

Das Schweizerische Blaukreuz-Musikfest am 21./22. Juli 1934 in Tramelan war für die Basler Blaukreuz-Musik in musikalischer Hinsicht ein schöner Erfolg, und auch sonst war das Jahr ein erfreuliches, denn die Zahl der Aktivmitglieder stieg von 22 auf 34.
1937: Eine besondere Freude war es der Basler Blaukreuz-Musik, am 31. Oktober die Berner Freunde beim Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens besuchen zu können. "Dienst und Freude" waren die Losungsworte, unter die das schöne Fest gestellt war, und im gleichen Sinne ist nun auch die Basler Blaukreuz-Musik ins Jahr 1938 eingetreten, das auch ihre Erinnerung auf 50 wechselvolle, stürmische und friedliche Jahre zurücklenkt.

1938 – 1963

Im 2.Weltkrieg wurden viele Aktive eingezogen. Trotzdem konnte die Blaukreuzmusik 1941 sogar zwei Radiokonzerte geben. 1947 wurde Franz Loschelder ihr neuer Dirigent – er war es, der u.a. das Blaukreuz-Liederbuch schrieb. 1949 fand das Blaukreuzmusik-Fest in Basel statt, wo sie sehr gut abschnitt. Durch den Gewinn des Festes und einige Strassensammlungen konnte sich die Musik 1950 neue Uniformen leisten. Auch in den nächsten Musikfesten (1952 in La Chaux-de-Fonds, 1955 in Herisau, 1958 in Neuenburg und 1961 in Langenthal) durfte die Blaukreuzmusik Basel immer sehr gut abschneiden.

Nach dem Krieg unternahmen die Mitglieder viele Reisen nach Frankreich, Deutschland und Österreich – immer mit Konzerten verbunden, versteht sich. Ein grosser Höhepunkt war die 75-Jahr-Feier des Blaukreuzvereins 1952, wo die Blaukreuzmusik Basel im Hallenstadion Zürich vor 12'000 Zuschauern ein Konzert geben durfte. Auch am Zug nach St. Jakob - zur Erinnerung an den Eintritt in die Eidgenossenschaft – nahm die Musik teil. Da sie in den Prüfungskonzerten (diese musste man durchführen, wenn man Subvention bekam) sehr gut abgeschnitten hatte, wurde die Subvention 1956 erhöht. 1961 wurde die Blaukreuzmusik Basel zu zwei Evangelisationen hinzugezogen: eine vom Bibellesebund in der Mustermesse, die andere im St. Jakob Stadion von Billy Graham. Hinzu kamen diverse Konzerte in Spitälern, Altersheimen und Gefängnissen – alle im Namen des Blauen Kreuzes.

Während des grossen Unterhaltungsabends des Schweizerischen Blaukreuz-Musikfestes sprach der damalige Präsident des Schweizerischen Musikverbandes sein Grusswort. Es war im Herbst 1938 im grossen Saal der Schweizerischen Mustermesse. Er beschrieb, wie das gemeinsame Musizieren die Mitglieder eines Musikkorps kameradschaftlich verbinde, wie darum nicht nur das Musizieren, sondern auch die Geselligkeit gepflegt würden, so dass die Ehefrauen jeweilen an den Abenden der Musikproben oft gar lange auf ihre Ehemänner warten müssten. Schliesslich gebe das Blasen auch Durst, der gemeinsam gelöscht werden müsse.

In feiner Weise erwiderte der Präsident des Organisationskomitees darauf, das sei nun eben das Besondere an den Blaukreuz-Musiken: dass die Frauen der Blaukreuzmusiker der späten Heimkehr ihrer Ehemänner gar nie mit Bangen entgegensehen müssten, denn sie wüssten im voraus, dass ihre Männer heiter, aber nicht angeheitert, fröhlich, aber nicht feuchtfröhlich, heimkehrten.

In der Tat, schon allein deswegen darf und muss es eine Blaukreuz-Musik geben und darf sich das ganze Blaue Kreuz mitfreuen, wenn diese Musik dieses Jahr in Jugendfrische ihr 75jähriges Bestehen begeht. Die Blaukreuz-Musik ist für die Mehrzahl ihrer Mitglieder zu einer eigentlichen Lebensgemeinschaft geworden, die sich zur Parole des Blauen Kreuzes, "Evangelium und Abstinenz", bekennt. Die Blaukreuzmusiker haben einen Freundeskreis gefunden, dem sie meist jahrzehntelang die Treue halten und der ihrer Freizeit Sinn und Inhalt gibt.

Sinn und Inhalt! Denn die Blaukreuz-Musik ist ja nicht nur ein Geselligkeitsverein, sondern sie hat sich in den Dienst einer rechten und wichtigen Sache gestellt, sie ist ein lebendiger Zweig des Blaukreuzwerkes und damit auch ein Dienst innerhalb der christlichen Kirche. Wenn man die Berichte aus ihrer Gründungszeit, d.h. aus den Jahren 1888 bis 1890 durchliest, so ist man erstaunt darüber, wie viel es seinerzeit gebraucht hat, bis die führenden Männer des Blauen Kreuzes dies erkannt und ihr Misstrauen gegen die Idee einer Blaukreuz-Musik überwunden hatten. Ja, noch im Jahr 1909 führte eine Krise zwischen der Musik und dem Blaukreuzverein, der der Musik das Recht auf eine eigene Fahne verweigern wollte, zu einer vorübergehenden Auflösung der Musik. Doch als im Jahr 1938 das 50jährige Bestehen gefeiert werden konnte, da gehörten diese Schwierigkeiten bereist einer fernen Vergangenheit an. Kein Geringerer als der bekannte Blaukreuzpfarrer und damals viel gelesene Schriftsteller Rudolf Schwarz schrieb der Blaukreuz-Musik einen lebendigen Jubiläumsbericht. Am 1. Oktober 1938 fand unter Mitwirkung der Blaukreuz-Musik Bern und Niederschöntal in der Martinskirche ein erhebendes Konzert mit geistlicher Musik statt, während die eigentliche Jubiläumsfeier am Sonntagnachmittag (2. Oktober) im damals noch fast neuen Gemeindehaus Oekolampad durchgeführt wurde. An dieser Feier wirkte ausser den bereits erwähnten Blaukreuz-Musiken die Musikgesellschaft Pratteln mit.

Während des Zweiten Weltkrieges

Freilich war der weltpolitische Horizont schon in jenen Tagen des Jubiläums recht düster. Es war ja der Herbst des berüchtigten Münchner Abkommens, in welchem die Westmächte dem nationalsozialistischen Deutschland die Tschechoslowakei als Beute vorwarfen. Bereits im darauf folgenden Sommer brach der unglückselige Zweite Weltkrieg aus. Noch hatte die Musik am 2. Juli am schweizerischen Abstinententag in Zürich mitgewirkt. Ein origineller Festzug war durch die Stadt auf den Festplatz der unvergesslichen "Landi" hinausgezogen, wo ein Gesamtkorps von über 300 Bläsern eine gehaltvolle Kundgebung musikalisch umrahmte. Und am 19. und 20 August hatte die Musik eine Sommerreise durchgeführt, in deren Verlauf am Samstagabend im Dorf San Bernardino zur Freude der Einwohner und Feriengäste ein Ständchen geboten worden war.

Doch bereits wenige Tage später wurde mehr als die Hälfte der Aktivmitglieder unter die Fahne gerufen. Die zwölf Zurückgebliebenen bemühten sich, den Kontakt untereinander und mit den eingerückten Kameraden aufrecht zu erhalten. Am 9. Dezember veranstalteten sie einen Familienabend zugunsten der Wehrmänner. Aus dem Reingewinn von rund Fr. 500.- wurde ein Weihnachtspaket für jeden zugerüstet. Auch in den darauf folgenden Jahren musizierten die Nichtmobilisierten und die Beurlaubten wann immer es möglich war. Im Jahr 1941 kam die Musik 85 Mal zusammen, unter anderem zu zwei Radiokonzerten mit geistlicher Musik, die den Teilnehmern in besonders guter Erinnerung geblieben sind.

1942 reichte es sogar zu 101 Zusammenkünften, unter anderem zu zwei Hochzeitsständchen und am St. Nikolaustag wieder zu einem Radiokonzert. Die Chronik des Jahres 1943 verzeichnet 6 Mitgliederversammlungen, 4 Vorstandssitzungen, 4 Ausspracheabende, 2 Familienabende, 69 Proben, 11 Blaukreuzstunden, in denen die Musik mitwirkte, und 37 Ständchen in Spitälern, auf Kirchtürmen, in Lohnhof und Strafanstalt. 1944 gab die Musik dem verstorbenen langjährigen Blaukreuzsekretär Alder und dem treuen Ehrenmitglied Gottlieb Buchmüller das letzte Geleite, während im darauf folgenden Jahr ein junger Musikfreund, Kurt Brennwald, der am Rocher-de-Naye tödlich abgestürzt war, zu Grabe getragen werden musste.

Tiefpunkte und Höhepunkte

Nicht immer geht in einem Musikkorps alles am Schnürchen. Die starke Beanspruchung lässt gelegentlich den einen oder andern müde werden. Vor allem aber ist eine Musik unbedingt auf einen guten Dirigenten abgewiesen, dessen musikalische Autorität und Führung von allen anerkannt wird.

Während der Kriegsjahre hatten wir neben der Belastung durch die ständigen Einberufungen in dieser Beziehung grosse Sorgen und Schwierigkeiten. Im Jahr 1941 konnten wir die finanzielle Belastung durch das Dirigentenhonorar nicht mehr tragen und unser langjähriger Dirigent, Herr W. Kohler, erklärte sich bereit, den Vizedirigenten Paul Betz nachzunehmen. Doch schon ein Jahr, nachdem dieser die Direktion selbständig übernommen hatte, legte er sein Amt wieder nieder. Die Musik hatte sich dem ehemaligen Kameraden nicht in dem Masse untergeordnet, wie dies für eine wirklich gedeihliche musikalische Arbeit nötig gewesen wäre. So blieb uns nichts anderes übrig, als wieder einen Berufsmusiker zu suchen, der bereit war, die Direktion der Musik zu übernehmen. In H. Hubler fanden wir im Jahr 1944 einen guten Fachmann, dem es gelang, die künstlerische Qualität unserer Arbeit von neuem zu heben. So kam im Jahr darauf ein Radiokonzert besonders gut heraus, und im Jahr 1946, am ersten schweizerischen Blaukreuz-Musikfest nach dem Krieg, das in Lausanne stattfand, ernteten wir mit dem Vortrag von Stephan Jaeggis Jubelouverture bei den Experten grosses Lob.

Trotzdem mussten wir uns bald wieder von H. Hubler trennen. Er stand der ideellen Grundlage unserer Musik, dem Blaukreuzgedanken, allzu fern und war auch nicht bereit, sich im Zusammensein mit uns unseren Gepflogenheiten anzupassen. Darum waren wir froh, dass wir im Jahr 1947 in Kapellmeister Franz Loschelder einen hochqualifizierten Dirigenten finden konnten, mit dem wir sowohl in musikalischer als auch in menschlicher Hinsicht den besten Kontakt gewannen. Bis heute haben er und wir einander die Treue gehalten, und wir verdanken Herrn Loschelder Ausserordentliches – neben seiner zielbewussten Probearbeit uns seiner geschickten Konzertleitung auch eine ganze Anzahl Kompositionen, die wir immer gerne gespielt haben.

Dass die Dirigentenfrage in so glücklicher Weise hatte gelöst werden können, das kam uns vor allem auch im Jahre 1949 zustatten, als wir in den Mauern unserer Stadt das Schweizerische Blaukreuz-Musikfest durchzuführen hatten. Bei den organisatorischen Vorarbeiten setzten sich viele Blaukreuzler tatkräftig ein, in erster Linie der rührige und ausserordentlich geschickte Präsident des Organisationskomitees, Walter Moser, der mustergültige Arbeit geleistet hat.

Wer dieses Fest hat miterleben dürfen, wird es nie vergessen. Und wenn man den 32seitigen Festführer durchblättert, so steigen die Erinnerungen an jene zwei einzigartigen Tage auf, an die Fahnenübergabe vor dem Bunge-Brunnen, die Marschmusik-Konkurrenz vor der hohen Jury, die sich am Steinengraben vor dem Gebäude der Nationalversicherung postiert hatte, an die Konzerte und den gelungenen Unterhaltungsabend in der Muba und namentlich an den Prächtigen Umzug zum Münsterplatz, wo bei schönstem Sommerwetter die festliche Schlusskundgebung stattfand, an der sich die über 500 Musikanten unter Herrn Loschelders Leitung zu machtvollem Konzert Vereinigten. Die herzliche Verbundenheit mit dem ganzen Blaukreuzwerk wurde durch die Anwesenheit der Pfarrer Visinant und Dieterle unterstrichen, die beide packende Ansprachen hielten. Wir hatten übrigens am Festkonzert mit der Darbietung des modernen Stücks "Mouvement Symphonique", von Marcel Poot, ausgezeichnet abgeschnitten. Mit überschwänglichen Worten rühmt der Jurybericht: "Der Direktor vor allem und die Musikanten seien ganz herzlich beglückwünscht. Das ist Pionierarbeit auf dem Gebiet der Blasmusik! Nach solchen Taten ist uns um die Fruchtbare Weiterentwicklung des Blasmusikwesens gar nicht mehr bange... herzlichste Gratulation und glückauf zu weitern Taten!"

Das so ausgezeichnet gelungene Fest gab unserer Sache mächtig Auftrieb, und der erzielte Reingewinn von rund Fr. 5000.- ermöglichte uns, im folgenden Jahr die Anschaffung neuer Uniformen zu beschliessen. Durch Marschmusiken, verbunden mit einer Strassensammlung, im Frühjahr und Herbst des Jahres 1950, beschafften wir die restlichen Mittel. Pro Abend sammelten wir jeweils Fr. 200.- bis Fr. 350.-. Am 27. September konnten wir bei der Uniformenfabrik Ernst Dick AG in Bern unsere Bestellung aufgeben. Und am 15. April des folgenden Jahres begingen wir, neu eingekleidet und in festlicher Stimmung, im Gemeindehaus Oekolampad die "Uniformeinweihung". Bei uns zu Gast war die Schwestersektion Niederschöntal. Die alten Uniformen aber überliessen wir geschenkweise der eben gegründeten neuen Blaukreuz-Musik Winterthur.

Auch die späteren schweizerischen Blaukreuz-Musikfeste waren jeweils Höhepunkte für uns, so dasjenige des Jahres 1952 in La Chaux-de-Fonds, wo wir die "Four Préludes" von Eric Ball boten. "Diese ausgezeichnete Idee und die Interpretation dieses Stückes verbieten uns, auch nur im kleinsten eine Kritik anzubringen. Ein verheissungsvoller Anfang in ausgezeichneter Reinheit, vorzügliche Tonbildung, ganz besondere Musikalität verratend!" So schreibt die Jury zum Vortrag dieses Stückes. Drei Jahre später war Herisau Festort; dort spielten wir die "Ouverture Rapsodique" von Marcel Poot. Der Jurybericht spricht von einer virtuosen Leistung. Nicht weniger Anerkennung holten wir im Jahr 1958 in Neuenburg mit Stephan Jaeggis "Im Frühjahr", schrieb doch die Jury: "...darf man diese Leistung mit gutem Gewissen als die beste bezeichnen!"

Das letzte schweizerische Blaukreuz-Musikfest vor diesem Jubiläum war dasjenige des Jahres 1961 in Langenthal, wo die Jury zur "vorzüglichen Aufführung" der "Ouvertüre Philadelphia" von Paul Gilson "der sehr tüchtigen Direktion und dem ganzen Korps aufrichtig gratulierte".

Im Dienst des Blauen Kreuzes

Höhepunkte waren für unsere Musik aber auch die Auslandfahrten im Dienst des Blauen Kreuzes, die möglich wurden, nachdem sich die während des Krieges fest verschlossenen Grenzen wieder geöffnet und die Verhältnisse in den vom Krieg heimgesuchten Ländern sich

einigermassen normalisiert hatten. Die erste derartige Reise führte uns am 23. September 1951 nach Strassburg, wo wir am Internationalen Blaukreuzkongress musizierten und auch ein gut gelungenes Kirchenkonzert geben durften.

Vom Jahr 1954 an wurden mehrere Dreiländertreffen des Blauen Kreuzes veranstaltet, in jenem Jahr erstmals in Freiburg i. Br., im Jahr darauf dann in Mülhausen. Dort wollte uns freilich die Polizei am Samstagnachmittag nicht spielen lassen, weil wir angeblich den Verkehr behinderten. Doch wusste sich unser Gastgeber, Pfarrer Fischer, zu helfen; er charterte ein Lastauto, wir setzten uns darauf und spielten von der Ladebrücke herunter unsere frohen Märsche und wurden dabei durch die Stadt gefahren. Gegen diesen musikalischen Lastentransport konnte die Polizei nicht mehr einschreiten.
Im Jahr 1960 fuhren wir gar bis nahe an die belgische Grenze, nach Maubeuge, wo wir am Nationalen Kongress des Französischen Blauen Kreuzes mit grosser Begeisterung empfangen wurden. Zusammen mit den Kongressteilnehmern fuhren wir nach dem belgischen Mons zu einer grossen Blaukreuzdemonstration und auf der Rückkehr wurden wir im Rathaus von Hautmont vom Bürgermeister offiziell empfangen. Zwei Jahre darauf war es der deutsche Blaukreuzverband Rheinland-Pfalz, der uns am 13./14. Mai 1962 zu seiner Jahresversammlung nach Mannheim-Ludwigshafen einlud. An einem Gottesdienst in der Kirche, mit einem Sonntagmorgen-Konzert auf dem Hauptplatz der Stadt und an der nachmittäglichen Festversammlung, hatten wir reichlich Gelegenheit, unsere Instrumente erklingen zu lassen.

Dass wir die Frankreichreise wie auch diese Deutschlandreise dazu benützten, uns ein wenige im fremden Land umzusehen, ist wohl selbstverständlich. Im Jahr 1960 galt unser touristischer Abstecher der französischen Metropole; im Jahre 1962 dem berühmten Dom zu Speyer, der romantischen Burg Trifels und dem malerischen Pfälzerland. Dass mit dem Essen der Appetit und mit dem Reisen die Lust nach weiteren Reisen kommt, ist bekannt, und so zogen wir denn im selben Jahre noch – diesmal nicht auf Grund einer Einladung, sondern aus eigener Initiative – nach Wien. Doch von dieser Reise soll später berichtet werden.

Dass zum Dienst am Blauen Kreuz auch die regelmässige Mitwirkung an Vereinsstunden und die musikalische Umrahmung besonderer festlicher Anlässe des Blauen Kreuzes gehört, ist selbstverständlich. Besonders erwähnt werden soll die 75-Jahr-Feier des Basler Blaukreuzvereins, namentlich aber auch die grossartige Jubiläumsfeier de Schweizerischen Blauen Kreuzes im Hallenstadion Zürich, wo am 13. Und 14. September 1952 eine Menge von 12 000 Gesinnungsfreunden zusammengeströmt war und das Basler Blaukreuz-Jugendwerk unter der Regie unseres lieben Walter Moser ein eigens für diesen Anlass verfasstes Festspiel darbot.

Einen besonderen Dienst am Blauen Kreuz hat übrigens unser Dirigent geleistet, indem er die Begleitsätze zum neuen Blaukreuz-Liederbuch arrangierte. Wir danken ihm auch an dieser Stelle für diese grosse, wertvolle Arbeit.

Im Dienst an Öffentlichkeit und Kirche

So konnten wir immer wieder – in unzähligen Blaukreuzstunden, bei gemütlichen Anlässen, bei Festen und Feiern – dem Mutterverein, dem Blauen Kreuze, mit unserer Musik dienen. Im Lauf der Jahre haben wir uns dafür auch ein breites Repertoire erarbeitet, das von flotter Marschmusik über Konzertstücke bis zur eigentlich geistlichen Musik zur Choralsbegleitung reicht.

Doch ebenso häufig stellen wir uns in den Dienst der Öffentlichkeit. Als Empfänger einer Staatssubvention sind wir verpflichtet, regelmässig Promenadenkonzerte zu geben. Darüber hinaus fühlen wir eine moralische Verpflichtung, auch an allgemeinen festlichen Veranstaltungen aktiv teilzunehmen. Freilich – die Frage, ob wir beispielsweise im St.-Jakobs-Festumzug mitmarschieren wollen, wird immer wieder diskutiert und verschieden beantwortet. Manche finden, dies gehöre nicht mehr in den Aufgabenkreis einer Blaukreuz-Musik. Auf der andern Seite ist aber zu bedenken, dass wir gerade durch unser Mitmachen gegen den Aberglauben Zeugnis ablegen können, man könne nur mit der üblichen Dosis Alkohol Feste feiern. Und wenn auch einzelne unserer Mitglieder allenfalls durch die Festhütten-Atmosphäre gefährdet sein sollten, so werden sie einer solchen Gefährdung sich viel besser standhalten können, wenn wir uns im geschlossenen Verband an das Fest begeben, als wenn die Musik als ganze sich zwar vom Feste fernhält, der Einzelne aber dann doch dem Gluscht nicht widerstehen kann, ein wenig mitzufesten.
In guter Erinnerung geblieben ist uns das im Jahr 1951 gefeierte Fest zum Gedenken an Basels Eintritt in den Bund der Eidgenossenschaft. Wir duften im Zug nach St. Jakob sehr viel Applaus einheimsen. Eine Enttäuschung hingegen war für Mitwirkende und Zuschauer der Blumenkorso vom 2. September 1956 – nicht wegen unserer musikalischen Leistungen, sondern weil es mit den Blumen nicht weit her war. Die Beteiligung an den Umzügen des Eidgenössischen Trachtenfestes vom 24. September 1961 hingegen war wieder eine sehr gefreute Sache.

Der Bezug einer Subvention auferlegt uns auch die Verpflichtung, gelegentlich vor staatlichen Musikexperten ein Prüfungskonzert zu geben. Wir haben immer in Ehren abgeschnitten: im Jahr 1950 belegten wir von zwölf Musiken unserer Stadt den dritten Platz und im Jahr 1956 erreichten wir mit dem Vortrag des "Rondo Giocoso" des Basler Komponisten Walter Lang die gute Note 5,5 und den vierten Rang (von 13 Musiken), unmittelbar hinter der Basler Stadtmusik und der Polizeimusik. Im Jahr 1962 erhöhte das Erziehungsdepartement unsere Subvention übrigens auf Fr. 3400.-. Das ist ein namhafter Betrag, der uns vor allem dazu dient, für das Dirigentenhonorar und die Kosten für Musikalien und neue Instrumente aufzukommen. Wir sind für diese Unterstützung durch die Öffentlichkeit, die wir auch als Anerkennung unserer Arbeit empfinden, sehr dankbar.

Neben dem Dienst an der Öffentlichkeit steht der Dienst an der Kirche. Das musizieren auf dem Marktplatz an denjenigen Abenden in der Adventszeit, an denen die Geschäfte bis 21.00 Uhr geöffnet sind, wird eher zum ersten, die alljährliche Mitwirkung an der Weihnachtsfeier auf dem Hörnli aber sicher ebenso sehr zum zweiten gehören. Seit 1949 sind wir jedes Mal am 24. Dezember dort draussen, und wenn "mit stillem Schweigen sinket herab die heilige Nacht", dann stellen wir uns vor dem grossen, schönen Weihnachtsbaum auf, in beissender Bise auf knirschendem Schnee das eine Mal, im feinen Sprühregen eines milden Westwindes im andern Jahr. Und vor und nach der kurzen Ansprache eines Pfarrers zur Weihnachsbotschaft verkünden wir einer grossen Schar Trauernder mit unseren Weihnachschorälen dieselbe Botschaft.

Auch unsere Turmmusiken am Weihnachts- oder Ostermorgen oder am Altjahrabend sind Dienst an Öffentlichkeit und Kirche. Und so wie uns gelegentlich befreundete Vereine um Hilfe bitten, vor allem der ATV, an dessen Jahresfeiern wir immer wieder gerne spielen, so rufen uns oft Kirchgemeinden oder die Allianz, beispielsweise die Oekolampadgemeinde im Jahr 1951 zu einem Konzert zugunsten ihres Kirchenbaufonds, und wieder im Jahr 1958 zum Glockenaufzug bei der Thomaskirche. 1961 spielten wir der St.-Jakobs-Gemeinde an einem Gartenfest auf, während uns der Bibellesebund zu Evangelisationen in der Mustermesse und die Allianz zur grossen Evangelisation von Billy Graham im Stadion St. Jakob zugezogen hat.

Dienst am Nächsten

Wer zählt sie schliesslich alle, die vielen Besuche in unsern Spitälern, vom Kinderspital über die Augenklinik zum Bürgerspital, von der Friedmatt zum Bethesda, die Ständchen in der Strafanstalt und im Lohnhof, wo wir zu den Menschen au der Schattenseite des Lebens gegangen sind, um ihnen in die Zeit ihrer Prüfung und Läuterung hinein ein Zeugnis zu sein, dass auch sie nicht vergessen sind. Als Dienst am Nächsten, am Schwergeprüften, fassen wir diese Burschen auf, wie auch unsere Mitwirkung an Sammlungen, etwa am originellen Umzug der evangelischen Basler Jugend zugunsten der Hochwassergeschädigten in Holland im Jahr 1953. Wir lockten damals durch unser Spiel die Leute herbei und die Jungen sammelten in mitgeführten Weidlingen das Geld. Auch bei einem Heimatabend für die Lawinengeschädigten im Winter 1951 im Zwinglihaus waren wir mit dabei.

Leid und Freud

Ein solcher Jubiläumsbericht wäre unvollständig, würden wir nicht all der Ereignisse und Erlebnisse gedenken, die unsere Freundesgemeinschaft zu gemeinsamem Leid und gemeinsamer Freude zusammengeführt hat. In einem Verein, der auf 75 Jahre zurückblicken kann, hat natürlich auch der Tod schon oft Einzug gehalten. Wir gedenken der dahingegangenen Freunde in Dankbarkeit und hoffen, mit ihnen dereinst in einer andern Welt wieder musizieren zu dürfen.

Am 21. August 1950 war es unser Ehrenmitglied Emil Aegerter, von dem wir Abschied nehmen mussten. Er war ein begeisterter und begeisternder Musikant gewesen. Wie mancher hatte in seiner Schuhmacherwerkstatt und unter seiner Leitung das Blasen erlernt.

Am 4. Dezember desselben Jahres wurde nach menschlichem Ermessen viel zu früh unser lieber Kurt Thüring abberufen, dessen offenes Wesen und gute Kameradschaft wir alle geschätzt hatten.

Einen besonders schweren Verlust erlitten wir, als uns unser Kassier Hans Erni ganz unerwartet entrissen wurde, der während eines Vierteljahrhunderts als erster Flügelhornist die tragende Kraft des Flügelhornregisters gewesen war und mit ebenso viele Zuverlässigkeit und Geschick unsere Finanzen verwaltete hatte. Am 4. Juni 1955 mussten wir auf dem Hörnli-Friedhof von diesem lieben Freund Abschied nehmen.
Nach einem über neunzigjährigen erfüllten Leben verstarb im Jahr 1957 unser ältester Veteran, H. Lüdin, der bereits im Jahr 1926 zum Ehrenmitglied ernannt worden war und der uns noch im Jahr 1953 mit einem Geschenk von Fr. 500.- für eine neue Fahne seine Treue bekundet hatte.

Am 11. Juli 1958 geleiteten wir den Kameraden Georg Mathile in seinem Heimatdorf La Sagne (NE) zur letzten Ruhe, nachdem er schon Monate früher krankheitshalber dorthin hatte heimkehren müssen. Und zu Beginn des Jahres 1959 geleiteten wir den Bassisten Hans Stohler-Krattiger auf seinem letzten Gang.

Freudige Ereignisse waren natürlich steht die Hochzeitsständchen, die wir den sich verheiratenden Mitgliedern geben konnten. Im Jahr 1951 waren es gerade drei aufs Mal. Diese Ständchen sind selbstverständlich nicht die einzigen Gelegenheiten, um die Verbundenheit mit unsern Familien zu pflegen. Aus den Männerfreundschaften in der Musik werden oft Familienfreundschaften, und damit dies geschehen kann, führen wir immer wieder neben den Familienabenden gemeinsame Ausflüge mit Frauen und Kindern durch, etwa auf die Sichtern, wo wir uns mit den Musikern aus Niederschöntal und Känerkinden zu geselligem Beisammensein und fröhlichem Fussballspiel zusammenfinden. Bei diesen Ausflügen musiziert oft unsere "kleine Formation" für Unterhaltungsmusik, die sich unter dem Namen "Die fidelen 6" gebildet hat.

All die vielen andern Ständchen, die wir Freunden und Bekannten gebracht haben, können wir hier nicht aufzählen. Eine Ausnahme bilde dasjenige für unser Passivmitglied Freund Müller-Vogelsang im Jahr 1955, weil der mit dem Ständchen abgestattete Dank für die prächtige "Ständelilampe", die der Genannte uns geschmiedet hatte, auch hier nochmals wiederholt werden soll.

Ganz "aus eigenem Boden" haben wir im Jahr vorher einen von Mitgliedern gezimmerten Wandschrank für unser Probelokal erhalten; in diesem schönen Möbelstück versorgen wir seither unsere Instrumente und Musikalien. Auch die Besuche bei andern Blaukreuz-Musiken, etwa bei denjenigen von Niederschöntal und von Känerkinden anlässlich ihrer Uniformeinweihungen in den Jahren 1951 und 1961, können nur am Rande erwähnt werden.

Hingegen dürfen wir unsern Rückblick nicht schliessen, ohne noch ein wenig von unsern zahlreichen schönen Reisen berichtet zu haben, die wir ganz einfach aus Freude am Reisen, an der Natur um am Beisammensein veranstaltet haben. Mitten im Krieg, im Jahr 1942, war es eine unvergessliche Tour aufs Faulhorn, 1944 eine Pfingsttour auf den grossen Mythen, auf der uns der neugebackene Blaukreuzpräsident, A. Malibas, begleitete. 1950 bestiegen wir den Säntis und im Herbst 1953 fuhren wir au den Chasseral und konzertierten anschliessend in der Erziehungsanstalt Tessenberg und in der Arbeitsanstalt St. Johannsen. Wie viele direkte und indirekte Opfer des Alkohols stecken doch in diesen Anstalten! 1956 genossen wir eine von schönstem Wetter begünstigte Musikreise über den Klassenhass;, auf der Durchreise erfreuten wir die Patienten im Spital von Glarus mit einem Konzert. 1959 haben wir uns eine Schwarzwaldfahrt über Todtmoos – St. Blasien – Schluchsee und Titisee nach Freiburg geleistet. Im Jahre 1960 statteten wir der Strafanstalt Witzwil einen Besuch ab. Dort gaben wir ein Konzert, welches mit Freude aufgenommen wurde. Am selben Tage leisteten wir auch einer Einladung zum Jahresfest der Trinkerheilstätte "nüchtern" Folge.

Der unbestrittene Höhepunkt unserer Reisefreunden bildet aber für alle, die dabei waren, die achttägige Oesterreich-Fahrt im Sommer 1962. In der Morgenfrühe des 8. Juni fuhren wir nach Linz, wo wir am Abend dem dortigen Blaukreuzverein einen Besuch abstatteten und die Nacht verbrachten. Am folgenden Tag trug uns das Schiff auf der "schönen blauen Donau" in achtstündiger Fahrt durch das weite Donauland und die romantische Wachau nach Wien. Einige Nimmermüde liessen es sich nicht nehmen, als Amateur-Schiffskapelle zu wirken, was von dem internationalen Publikum dankbar aufgenommen wurde. Am folgenden Tag fuhren wir zu den weltberühmten Sehenswürdigkeiten – Hofburg, Stephansdom, Staatsoper – und besuchten am späten Nachmittag die Nervenheilanstalt Steinhof. Diese riesige Heilstätte beherbergt rund 2000 Patienten, davon rund 60 Prozent Alkoholkranke. Gegen 350 Insassen besuchten die von uns veranstaltete Blaukreuz-Kundgebung.

Den Abend verbrachten wir auf dem Kahlenberg, von wo aus man eine märchenhafte Aussicht auf das Lichtermeer der herrlichen Donaustadt geniesst. Der Mittwoch war einer Fahrt ins Burgenland zum Schloss Forchtenstein, zum Storchendorf Rust und zum Neusiedlersee gewidmet. Betroffen waren wir durch den Anblick der mit Stacheldraht und Wachttürmen gesicherten österreichisch-ungarischen Grenze. Am Donnerstag besichtigen wir Schloss Schönbrunn mit seinen herrlichen, an Versailles erinnernden Parkanlagen und abends fanden wir uns im Jugenderziehungsheim Kaiser-Eberndorf zu einer Jugend-Blaukreuzstunde zusammen. Eine Versammlung mit dem Wiener Blaukreuzverein fand am darauf folgenden Abend in der Lutherkirche statt. Voller Dankbarkeit für all das Schöne, das wir in dieser Woche hatten erfahren und erleben dürfen, fuhren wir in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag nach Basel zurück.

Freud und Leid, Tiefpunkte und Höhepunkte, reiches Erleben, gute Kameradschaft, liebe Freunde – und dazu eine Aufgabe, an der wir arbeiten dürfen, das ist es, was wir unserer Begegnung mit der Blaukreuz-Musik verdanken und was uns mit ihr verbindet. Dass wir nicht nur gemeinsam Feste feiern, gemeinsam reisen und gemeinsam musizieren, sondern auch gemeinsam den Gottesdienst besuchen, gemeinsam Gott loben und danken, das ist sicher das Zentrum, der Kern, das Fundament unserer Gemeinschaft Diesem Fundament wollen wir auch über unser Jubiläum hinaus die Treue halten.

1963 – 1988

Es waren rundherum schwierige Zeiten, auch in der Blaukreuzmusik Basel. Die Leute hatten keine Zeit mehr für die Musik durch die Technikfortschritte und den erfolgreichen FCB anfangs der 70er Jahre. Trotz allem blieb die BKM bestehen. Eine grosse Veränderung, die die Jahre brachten, war, dass ab 1968 auch Frauen in die Musik aufgenommen wurden. Musikalisch schadete das überhaupt nicht, denn 1978 holten sie am Kantonalen Musikfest den 1. Platz und 1983 den zweiten. Den Musikpavillon im Schützenmattpark durften sie einweihen und auch an der Eröffnung der Grün 80 mitwirken. 1982 wurde das Weekend auf dem Mont Dedos eingeführt, als Abwechslung, zum Proben und Zusammensein.

Das letzte Viertel unseres ersten Vereinsjahrhunderts fiel in eine Zeit, welche die Historiker dereinst vielleicht einmal als "die goldenen 60er bis 80er Jahre" bezeichnen werden. Rasante technische Fortschritte auf verschiedenen Gebieten und das andauernde Wirtschaftswachstum bescherten uns eine Fülle neuer Produkte und weiten Kreisen einen beachtlichen Wohlstand. Doch die keineswegs gebannte Gefahr eines möglichen Atomkrieges, die Alarmmeldungen über die fortschreitende Zerstörung unserer Umwelt und Lebensgrundlagen und mehrere technische Grosskatastrophen von Seveso bis Schweizerhall liessen auch erkennen wie brüchig unsere Wohlstandswelt geworden ist.

In dieser Situation ist – angeheizt durch eine Papierflut aus Werbeprospekten – die grosse Konsumwut ausgebrochen. "Geniesse heute – du weisst nicht, was morgen sein wird" Und so wird gekauft und gekauft und den tausend sich bietenden Vergnügungen nachgerast. Nur eines lässt sich nicht kaufen: Zeit, um die Stereoanlagen, die vollautomatischen Fotoapparate, die Videokameras und Spielcomputer, die Surfbretter und Skiausrüstungen auch wirklich zu benützen, geschweige denn, die Zeit, die man für einen Verein aufbringen müsste. So leben wir eben in einer Zeit, in der so viel "keine Zeit" mehr haben.

Es ist nicht verwunderlich, dass wir alle ein wenig von diesem Konsumvirus angesteckt sind. Umso verwunderlicher ist, dass es in dieser Zeit dennoch und unentwegt eine Basler Blaukreuz-Musik gibt, eine Schar von über dreissig Musikanten/Innen, welche die grosse Belastung auf sich nimmt, jährlich mindestens 70, gelegentlich sogar über 80mal für einen Abend oder einen ganzen Tag zum Proben oder Konzertieren anzutreten, nachdem jede® von ihnen sich vorher der Mühe unterzogen hatte, das Notenlesen und das Beherrschen eines Instruments zu erlernen.

Die Behauptung sei gewagt, dass nicht trotz sondern dank der grossen Beanspruchung die Blaukreuz-Musik (und auch andere Musikkorps und mehrere z.B. noch junge, aber leistungsfähige Chöre) flott weiterexistieren – allen Unkenrufen der Soziologen zum Trotz, de heutige Mensch sei "bindungsscheu" und nicht mehr bereit, länger dauernde unbezahlte Verpflichtungen auf sich zu nehmen. Denn dadurch, dass man – von den Ferienzeiten abgesehen – wöchentlich ein- bis zweimal zusammen kommt und zusammen musiziert, entstehen Kameradschafts- und Freundschaftsbande, ein Zusammengehörigkeits- und Heimatgefühl. Und so freut man sich denn, neben den 70 bis 80 obligatorischen Anlässen auch noch freiwillige Zusammenkünfte zu veranstalten und zu besuchen, Spielabende auf dem Minigolfplatz, einer Kegelbahn oder am Jasstisch, und natürlich Ausflüge, an denen auch die Angehörigen der Musikanten(innen) mit von der Partie sind. Sogar zur Herausgabe einer Vereinszeitschrift hat man sich in den Siebzigerjahren aufgeschwungen; doch zeigte sich bald, dass Musikanten sich lieber blasend als schreibend mitteilen. So ist die Blaukreuz-Musik eine Lebens- und Erlebensgemeinschaft – und das ist unendlich viel mehr wert als all die käuflichen Konsum-Vergnügen.

Und damit kommen wir zum Zweiten: aktives Musizieren ist eben kein Konsumvergnügen sondern, wie man heute sagt, Aufgabe und – mehr noch als beim Chorsingen – kommt es auf jeden Einzelnen an. Denn man hört jeden falschen und paradoxerweise auch fast jeden fehlenden Ton. Darum ist jeder für das gute Gelingen verantwortlich, und jeder darf auch Stolz und Freude empfinden, wenn ein Musikvortrag gut gelungen ist.

Mit all dem soll nicht behauptet werden, dass das uns umgebende Konsum- und Vergnügungsangebot keine Probleme verursacht. Wer hätte nicht Verständnis dafür, dass einem passionierten Skifahrer das Aufgebot der Musik auf einen schönen, schneesicheren Wintersonntag ungelegen kommt? Als zu Beginn der Siebzigerjahre der FC Basel seine spektakulären Fussballerfolge erzielte, konnten es einige Musikanten fast nicht verwinden, dass sie genau zu der Zeit, in der auf dem Stadion St. Jakob Siege errungen wurden, hinter dem Notenpult sitzen mussten und nicht einmal am Fernsehschirm mitfiebern konnten. Ernstlich wurde eine Verschiebung der Proben auf einen anderen Wochentag erwogen. Doch schliesslich heilt man am Mittwochabend fest und heute – dem FCB sei’s gedankt – ist das Problem nicht mehr akut.

Gilt das, was hier Positives über das gemeinsame Musizieren ausgeführt wurde, weitgehend auch für andere Musikkorps, so unterscheidet sich die Blaukreuz-Musik in zwei Hinsichten entscheidend von jenen. Bei ihr ist das Musizieren, so wertvoll dieses an sich schon ist, nicht einfach Selbstzweck. Die Blaukreuz-Musik ist ein Zweig des Blaukreuzwerks; sie bereichert dessen Zusammenkünfte und Feste. Vor allem aber ist sei ein respektables Aushängeschild für das Blaue Kreuz. Sie dient der "Image-Pflege", der "Öffentlichkeitsarbeit" des Blauen Kreuzes. Sie dokumentiert und demonstriert mit ihrem flotten Spiel, dass das Blaue Kreuz – entgegen weit verbreitetet Vorurteile – kein Duckmäuser- und Kopfhängerverein ist.

Zu diesem Dienst gehört natürlich auch die zweite Besonderheit des Blaukrezumusik-Korps: seine Aktivmitglieder verpflichten sich zur Alkoholabstinenz. Der Entschluss dazu braucht heute nicht weniger Selbständigkeit und Zivilcourage als früher – im Gegenteil. Die Zahl der konsequenten Abstinenten ist stark zurückgegangen; in den letzten Jahren sind sogar mehrere einst starke Abstinenzvereine mangels Mitglieder von der Bildfläche verschwunden. Aber wer in der Blaukreuz-Musik Fuss fast, erlebt in dieser fröhlichen, aufgestellten Gemeinschaft, dass der Verzicht auf den Alkohol kein Opfer sondern ein Gewinn ist. So bekennt sich die Blaukreuz-Musik freudig zur Abstinenz.
Mit ihrer Mitwirkung an Gottesdiensten, z.B. Jahr für Jahr an der Weihnachtsfeier auf dem Friedhof am Hörnli, bekennt sie sich mit ihren Choralvorträgen aber auch zum zweiten Pol der Blaukreuzparole "Abstinenz und Evangelium".

Permanente Anlässe

Zu diesen gehören: Promenadenkonzerte, Spital- und Altersheimständchen, mit denen wir die staatliche Subvention abgelten, das Mitwirken an den Blaukreuzstunden, bei Weihnachtsfeiern (Invaliden- und Weihnachtsfeier auf dem Hörnli – letztere seit 1949 – sowie bei unseren elsässischen Blaukreuzfreunden) und unsere Jahresfeiern. Ergänzt werden diese Mitwirkungen durch Hochzeit- und Geburtstags-Ständchen oder Jubilaren-Feiern verschiedenster Art, die ihrer grossen Anzahl wegen nicht speziell aufgeführt sind.

1962: Das Neujahr begannen wir mit einer Frühmusik auf dem Matthäuskirchturm. Nebst den üblichen Anlässen seien zwei Daten besonders erwähnt: 23./24. Mai: Besuch beim deutschen Landesverband des Blauen Kreuzes Rheinland-Pfalz, wo wir in Ludwigshafen und in Kaiserslautern durch unser Spiel dienen und unsererseits auch viel Freude erleben durften. 20./21. Juni: Der zweite Höhepunkt war das Schweizerische Blaukreuz-Musikfest in Genf, das in jeder Beziehung ein voller Erfolg war. – Nicht vergessen sei auch das St. Jakobsfest, an dessen Umzug wir bei hochsommerlicher Hitze mitwirkten. – Unter der Leitung unseres Musikkameraden, Reinhard Mischler, fand sich sporadisch eine Gruppe zum Bibelstudium zusammen.

1965: Allem voran soll das 25jährige Präsidentenjubiläum unseres Ehrenpräsidenten, Hans Salathé erwähnt werden. Dieses war leider gleichzeitig mit seiner Demission verbunden. Für seine langjährige und grosse Arbeit sei ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt. Als neuen Präsidenten konnten wir unser Aktivmitglied Paul Gasser gewinnen.
Am 1. Mai kamen wir einmal ohne Instrumente zusammen. Wir fuhren mit den Privatautos über Stein a/Rhein nach der schönen Insel Mainau am Bodensee. Am 27. Juni festigten wir die kameradschaftliche Geselligkeit an einem eintägigen Car-Ausflug, der uns zuerst in die Strafanstalt Thorberg führte und am Nachmittag zum Jahresfest der Trinkerheilstätte Nüchtern in Kirchlindach. Am 5. September durften wir das Dreiländertreffen der Freiburger-, Elsässer- und der Basler Blaukreuzler in Karlsruhe musikalisch umrahmen. Wir beendeten das Jahr mit der Silvesterturmmusik auf dem Matthäuskirchturm.

1966: Am 19./20. März haben wir am 50hähringen Jubiläum der Musik und am 75jährigen Jubiläum des Blaukreuzvereins Ostermundigen teilgenommen. Wir durften auch den Sonntagsgottesdienst mit unserem Spiel bereichern. Zugunsten unserer Neuinstrumentierung führten wir am 25. April im Gemeindehaus Oekolampad einen Konzert- und Theaterabend durch, welcher ein voller Erfolg wurde. An der Veranstaltung zugunsten "Brot für Brüder" vom 25. Mai in der Thomaskirche gaben wir ein Konzert. Um weitere finanzielle Mittel für die geplante Neuinstrumentierung zu beschaffen, führten wir an vier Juniabenden in verschiedenen Quartieren mit Marschmusik eine Strassensammlung durch. Am 28. August konnten wir mit unserem Spiel bei der Fahnenweihe des Kantonalen Musikverbandes auf der Schützenmatte viele Zuhörer erfreuen. Auch am 2. Oktober waren wir wieder beim Dreiländertreffen in Mülhausen dabei.

1967: In diesem Jahr wurden unsere Aktivmitglieder durch ausserordentliche Veranstaltungen sehr stark in Anspruch genommen. Eine besondere Aufgabe hatten wir am 18. April zu erfüllen. Unter kundiger Leitung unseres Dirigenten, Herrn Kapellmeister Franz Loschelder, mussten wir, wie alle andern Musikvereine unserer Stadt, im Radio Studio Basel zur Expertise antreten. Unsere musikalischen Darbietungen wurden von den Herren Experten Dr. H. Münch und J. Bopp bewertet. Die Leistungen bestimmen die Höhe der staatlichen Beiträge. Wie die uns zugestandene Subvention bewies, hatten wir mit Erfolge bestanden. 3. Juni: Dank finanziellem Zustupf der Passivmitglieder, der Industrie und der Regierung konnten wir nach nur eineinhalb Jahren Sammeltätigkeit mit grosser Freude im Gemeindehaus Oekolampad die Instrumenteneinweihung feiern. Die alten Messinginstrumente wurden durch die neuen, stabileren, versilberten englischen Instrumente ersetzt. Frisch angespornt durch unsere neuen Instrumente, fuhren wir an das Schweizerische Blaukreuz-Musikfest, das am 24. Und 25. Juni in Winterthur stattfand. Es wurde für uns in jeder Beziehung ein voller Erfolg, durften wir doch im Radio und als besondere Novität im Fernsehen spielen. Auch das "Bruggefescht Johanniterbrugg" vom 14. Oktober, bei dem wir uns am Umzug beteiligten, sei nicht vergessen.

1968: Ein Jahr ohne besondere Anlässe, aber für die Musik von historischer Bedeutung. Das neue Jahr, d.h. die GV vom 29. Januar, wurde mit einer äusserst angenehmen und sympathischen Überraschung eröffnet: 14 unserer gegenwärtigen 16 Jungmusikanten, welche durch eigene Aktivmitglieder ausgebildet wurden, erfreuten uns mit einem kleinen Ständchen.

Am 7. Februar wurde ein spezieller Diskussionsabend mit den beiden Themen "Frauen in der Blaukreuz-Musik" und "Tanzen an der Jahresfeier" veranstaltet. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Tanzen in Uniform laut Statuten verboten. Diese Bestimmung wurde in einer späteren Mitgliederversammlung aufgehoben. Nach diesem Diskussionsabend wurde an der Mitgliederversammlung vom 20. Februar zaghaft und nicht ohne Bedenken der Aufnahme von Frauen in unsere Musik zugestimmt (12 zu 7 Stimmen). Die Musikanten konnten sich somit zur "Emanzipation" durchringen! 1985 betrug z.B. der Mitgliederbestand 12 Musikantinnen und 24 Musikanten. Dies bedeutet nicht nur für das Musizieren, sondern auch bei der Erfüllung anderer Aufgaben, eine unentbehrliche Verstärkung. Im Weiteren haben wir an den drei folgenden Veranstaltungen teilgenommen: Am 19. Mai beim Dreiländertreffen der Freiburger-, Elsässer- und Basler Blaukreuzler auf der Chrischona. Am 16. Mai beim Car-Ausflug mit dem Basler Blaukreuzverein nach Ellikon. Durch Mitwirkung beim Gottesdienst und mit einem Konzert in der Trinkerheilstätte erfüllten wir eine Aufgabe, die auch uns Freude bereitete. Am 28. September erfreuten wir die Besucher mit unsern musikalischen Darbietungen am Bazar in der Friedmatt. Leider mussten wir wegen zu häufiger Militärdienstabsenzen unsere traditionelle Jahresfeier vom November auf den Januar 1969 verschieben. Dieses Jahr hatten wir auch eine traurige Pflicht zu erfüllen. Am 30. Mai gaben wir unserem Ehren- und Aktivmitglied, Georges Schneider, das letzte Geleit.

1969: Von der Tätigkeit ist weniger zu berichten als von der Veränderung in den Reihen der Musikanten, durfte doch unsere erste Aspirantin, Heidi Kron, mitspielen. Da sie nicht abgeneigt war, eine Uniform zu tragen, wurde eine Kommission beauftragt, nach einer fraulichen Uniform Ausschau zu halten. Ausser der St. Jakobsfeier vom 26. August hatten wir in diesem Jahr keine weiteren nennenswerten Anlässe. Eine besondere Ehre wurde unserem Aktivmitglied Ruedi Bielmann zuteil durch die Wahl zum Präsidenten des Kantonal-Musikverbandes Basel-Stadt. Dieses Amt hatte er bis 1974 inne.

1970: Das Erfreulichste an der Generalversammlung vom 31. Januar war die Aufnahme von 7 neuen Aktivmitgliedern, darunter Heidi Kron als erste Musikantin. Leider demissionierte unser Präsident, Paul Gasser. Als Nachfolger konnten wir Heinz Flückiger gewinnen. _Ein weiteres Mal beteiligten wir uns, begleitet von 2 hübschen Ehrendamen, am Schweizerischen Blaukreuz-Musikfest, das am 13./14. Juni in Tramelan stattfand. 28 Musiken mit 730 Musikantinnen und Musikanten massen sich in edlem Wettstreit.

1971: Einen Höhepunkt bildete unsere Mitwirkung an der Uniformeneinweihung der Blaukreuz-Musik von La Chaux-de-Fonds. Es ist immer eine besondere Ehre, als Gast zur Mitwirkung einer solchen Feier eingeladen zu werden. Etwas Ausserordentliches sind die Radioaufnahmen. Sie verschaffen die angenehme Genugtuung auf diese Weise einen sehr grossen Zuhörerkreis zu erreichen. Gleichzeitig können wir auch für das Blaue Kreuz propagandistisch wirken. Nach erheblichem Probenaufwand machten wir am 7. April im Radio Studio Basel wieder Aufnahmen. Das ist eine grosse Arbeit. Bis eine Aufnahme technische befriedigt, müssen die Musikstücke mehrfach wiederholt werden: 4 Stunden Aufnahmezeit ergaben 20 Minuten Sendezeit. Am 16. Juni feierten wir mit Herrn Kapellmeister Franz Loschelder im Wasserstelzenschulhaus in Riehen seinen 75. Geburtstag. Gleichzeitig versäumten wir nicht, seine grossen Verdienste zu würdigen. Den Basler Blaukreuzverein begleiteten wir am 12. September nach Bern und umrahmten die Veranstaltung mit zwei Konzerten.

1972: Der GV-Beschluss einer Neuuniformierung brachte zusätzliche Aktivitäten und prägte in einem gewissen Sinne die Tätigkeit in diesem Jahr. So wurde an 6 Abenden im Mai und Juni in den Quartieren Gellert, Bläsi, Neubad, Gundeli, Bachletten und Breite mittels Sammlung mit Marschmusik ein Teil der finanziellen Mittel erspielt. Am 10./11. Juni unternahmen wir eine Reise nach Saverne bei Strassburg, um am Jahresfest des Elsässer Blauen Kreuzes mitzuwirken. Ein Novum in der Vereinsgeschichte bildete der erstmals durchgeführte Ausflug mit den Bewohnern einer Alterssiedlung. Mit unsern Privatautos fuhren wir am Sonntag, den 3. September auf Umwegen via Gempen, Hölstein, Känerkinden auf die Hupp (Blaukreuz-Ferienheim) Hier konnten sich die Gäste nebst dem Zvieri auch an unserem Konzert erfreuen. Nicht vergessen sei das 25hährige Dirigentenjubiläum, das Herr Kapellmeister Franz Loschelder bei uns begehen durfte.

Ein neues Vereinssignet erhielt die Musik im November. Es wurde auf der Basis der 4 Elemente Musik (Lyra), Blaues Kreuz (im Zentrum), Basel (Stab) und Gründungsjahr durch unser Aktivmitglied Hans Tschudin kreiert. Das Signet wurde zum Symbol unserer Musik und erscheint auf Briefen, Programmen und Plakaten etc.

1973: Am 12. Februar erhielten wir von unserem Dirigenten, Franz Loschelder, die Mitteilung, dass er auf ärztlichen Rat hin demissionieren müsse. Dies war für uns alle eine, wenn auch nicht unerwartete, so doch betrübliche Nachricht. Wir verloren dadurch den musikalischen Leiter, der unser Repertoire im laufe der über 25 Jahre mit einer grossen Anzahl von wertvollen Eigenkompositionen und Arrangements bereichert hatte. Auch seine hervorragende Einstellung zum Gedankengut de Blauen Kreuzes, wie auch seine Mitarbeit als Präsident der Musikkommission des Verbandes der Schweizerischen Blaukreuz-Musiken sowie die Bearbeitung des neuen Blaukreuzliederbuches für die Blasmusiken, sollen nochmals erwähnt werden. Um einen Nachfolger zu finden, führten wir ein Probedirigieren durch. Von den 5 Bewerbern wurde am 28. März Nino Fantozzi, Mitglied des Radio-Symphonieorchesters, gewählt. Der neue Musikdirektor trat sein Amt am 9. Mai an. Wir durften erfreut feststellen, in ihm einen sehr tüchtigen und zielstrebigen Nachfolger gefunden zu haben, der unser Repertoire durch die Aufnahme südamerikanischer Musikstücke erweiterte. Unter Mitwirkung der Blaukreuz-Musik Känerkinden konnten wir am 19. Mai im Gemeindehaus Oekolampad unsere neuen Uniformen einweihen und dabei gleichzeitig allen Gönnern den Dank für die finanzielle Unterstützung abstatten. An diesem Anlass wurde Herr Franz Loschelder in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt. Um Kameradschaft und Geselligkeit zu pflegen, verbrachten wir die Pfingsttage auf dem Hasliberg (Brünig). Im Juni reisten wir nach Ostermundigen, um am Schweizerischen Blaukreuz-Musikfest teilzunehmen. Trotz des bis Sonntagmittag anhaltenden Dauerregens hinterliess diese Veranstaltung doch einen nachhaltigen Eindruck. Der überaus positive Expertenbericht erfreute uns alle sehr. Im September wurde das Kantonal-Musikfest erstmals im Rahmen einer Bewertung durchgeführt. Auch hier konnten wir ein recht gutes Resultat erreichen.

1974: Die Aktivitäten wickelten sich in einem etwas ruhigeren Rhythmus als im Vorjahr ab. Dafür konnten wir die Zeit gut ausnützen für die Vorbereitung der Radioaufnahmen vom 5. Juni unter der Leitung von Nino Fantozzi. Dieses Konzert wurde am 9. September erstmals ausgestrahlt. Am 23. Juni fuhren wir nach Saverne, um am Jahresfest des Französischen Blauen Kreuzes teilzunehmen. Ende dieses Jahres hatten wir den Hinschied unseres Ehren- und Aktivmitgliedes, Eugen Behringer, zu beklagen. Während mehr als 30 Jahren hatte er in stets liebenswürdiger und bescheidener Art seine Kräfte unserer Musik zur Verfügung gestellt.

1975: Auch das neue Jahr begann leider nicht gut, denn wir mussten von unserem langjährigen Dirigenten, Franz Loschelder, Abschied nehmen. Er verstarb am 30. Januar. Rolf Bielmann wurde an der GV vom 2. Februar zum neuen Präsidenten gewählt, da Heinz Flückiger wegen beruflicher Überlastung demissioniert hatte. An 3 Pfingsttagen erholten wir uns bei schönem Wetter auf der Rigi. Nach den Kantonalmusiktagen in der Martinskirche verbrachten wir im Oktober zwei frohe und besinnliche Tage in Ludwigshafen und Deidesheim an einer grossen Tagung ehemaliger Heilstätte-Kursabsolventen und ihrer Familien.

1976: Wanderungen und Spiele bescherten uns und unseren Familien drei wunderbare Pfingsttage auf der Bettmeralp. Die 125jährige Jubiläumsfeier der Guttempler im Rathaus bereicherten wir mit einem Konzert. Am 19. und 20. Juni hatten wir wieder Reisefieber. Unser Ziel war Lausanne mit der Teilnahme am Schweizerischen Blaukreuz-Musikfest. Bei unserer Rückkehr, wurden wir am Sonntagabend in Basel auf dem Marktplatz, zusammen mit der Stadt-Musik und dem Musikverein Riehen, die in Biel am Eidgenössischen Musikfest waren, von der Kantonalfahne und weiteren Fahnendelegationen begrüsst. Anschliessend wurden wir im Rathaus von Regierungsrat Schneider empfangen. Er zeigte sich erfreut über die ausgezeichneten Resultat, die alle drei Vereine bei ihren Musikvorträgen erspielt hatten. Im Rahmen der Kantonalen Musiktage nahmen wir an den juryfreien Konzerten in der Leonhardskirche teil.

1977: Da das Schweizerische Blaue Kreuz sein 100häriges Bestehen feiern konnte, engagierten wir uns sehr an dessen Anlässen. Nebst der grossartigen Feier vom 26. Juni im Berner Eisstadion, nahmen wir auch an diversen kantonalen Feierlichkeiten teil. So machten wir Propagandamarschmusik, verbunden mit Platzkonzerten in der Basler Innenstadt und durften die Eröffnung der einwöchigen Wanderausstellung vom 3. September auf dem Barfüsserplatz sowie ein Podiumsgespräch über das Alkoholproblem musikalisch umrahmen. Dem folgten die Einladungen des Deutschen Blauen Kreuzes nach Freiburg i.Br., die Mitwirkung an der Uniformeneinweihung der Blaukreuz-Musik Biel vom 11./12.Juni sowie die Verbandskonzerte in der Martinskirche. Im weiteren nahmen wir am Sternmarsch aller Basler Blasmusikvereine zur Eröffnung des Stadtfestes und am Umzug des Eidgenössischen Schwing- und Aelplerfestes teil. Zur Entspannung und um neue Energie zu tanken, verbrachten wir Pfingsten wiederum auf der Bettmeralp. Nach den Sommerferien teilte uns Herr Fantozzi mit, dass er leider aus zeitlichen Gründen die musikalische Leitung unseres Vereins abgeben müsse, da die Probezeiten des Radioorchesters zu oft mit unseren Proben kollidierten. In beidseitigem Einverständnis wurde das Anstellungsverhältnis aufgelöst. Für seine geleisteten Dienste sind wir ihm zu grossem Dank verpflichtet, nahm er sich doch im besonderen der Jungmusikanten durch unentgeltliche Nachhilfestunden an. Es freut uns, dass wir Herrn Fantozzi als geschätzten Gast an unseren Jahresfeiern begrüssen dürfen. Nach hektischen Wochen des Suchens und einigen Sitzungen, konnten wir schon am 5. Oktober Herrn Kurt Thomann als neuen Dirigenten begrüssen.

1978: Einer Einladung der Guttempler folgend, hatten wir bei der Einweihungsfeier des Bungebrunnens am 15. April mitgewirkt. Mit grossem Erfolg nahmen wir am 27. Mai am Kantonalen Musikfest in der Martinskirche teil. Die Jury bewerte unser vorzügliches Spiel mit 103 Punkten. Damit erreichten wir in der 2. Kategorie den 1. Rang. Vom 13. bis 15. Mai verbrachten wir Pfingsten im schönen Wildhaus im Toggenburg. Hier gaben wir am Sonntagmorgen auf dem Dorfplatz ein Konzert. Im Juni verunglückte unser Dirigent mit Auto, weswegen er für längere Zeit an das Spitalbett gebunden war. Infolgedessen übernahm nach den Sommerferien Peter Mühlemann ad interim die musikalische Leitung. Am 25. August durften wir den renovierten Musikpavillon auf der Schützenmatte mit einem Konzert einweihen. Sodann konzertierten wir am 23. September am Bazar der Psychiatrischen Universitätsklinik.

1979: An der Generalversammlung konnten wir ein besonders erfreuliches Ereignis begehen, indem wir neun neue Aktivmitglieder in unsere Reihen aufnehmen durften, die meisten von ihnen im Alter von unter 20 Jahren. Das Präsidium ging von Rolf Bielmann zurück an Heinz Flückiger. Im üblichen Rahmen fand vor den Sommerferien das Schweizerische Blaukreuz-Musikfest in Biel statt. Von besonderer Art war ein freiwilliger Anlass, welcher sich über eine volle Woche erstreckte: Unsere Ferien-Musikreise nach Paris. Bewusst wurde dabei das Schergewicht auf den Begriff "Ferien" gelegt. Dies für manche Teilnehmer erstmalige Erlebnis einer Weltstadt bleibt unvergessen. Die Unterkunft im Bibelseminar, die Stadtrundfahrt von einer in Paris lebenden Münchensteinerin kommentiert, die Metro, der Eiffelturm, la Place d’Etoile mit dem Arc de Triomphe und viel anderes mehr, waren grosse Attraktionen. Immerhin liessen wir es uns nicht nehmen, zwei Ständchen zu spielen. Eine grosse Ehre bedeutete es für uns, im September an der Jubiläumsfeier "175 Jahre Basler Bibelgesellschaft" im Münster mitwirken zu dürfen. Auch das Verbandskonzert in der Martinskirche war ein gefreuter Anlass.

1980: Im März verbrachten wir ein Wochenende beim Skifahren auf der Engstligenalp. Zur Eröffnung der G 80 (Gartenschau in St. Jakob) spielten wir auf dem Claraplatz ein Propagandakonzert. An der Ausstellung selbst konzertierten wir am 1. Juni. Auf Einladung der Familie Bielmann verbrachten wir den Pfingstsonntag in Damvant (JU). Am Vormittag erfreuten wir die Dorfbewohner mit einem Platzkonzert. Als Dank wurde uns der traditionelle Apéro serviert, der ein alkoholisches Getränk war. Auf höfliche Art wiesen wir das Dargebotene zurück. Durch dieses Missgeschick konnten wir praktische Aufklärungsarbeit über unsere Institution leisten. Zum Auftakt der Kantonalen Musiktage vom 26. September fand zwei Wochen vorher ein Sternmarsch statt. Auf Einladungen des Schweizerischen Bienenzüchtervereins in die MUBA sowie des Abstinententurnvereins zu seinem 75härigen Jubiläum durften wir die Veranstaltungen mit unserem Spiel bereichern.

1981: Das herausragendste Ereignis dieses Jahres war für unseren Verein sicher die Wahl eines neuen Dirigenten, da uns Herr Thomann wegen Unstimmigkeiten verlassen hatte. Wir wissen, dass Probleme – vor allem disziplinarischer Art – entstehen können, wenn ein musikalischer Leiter aus den Reihen der Aktivmitglieder gewählt wird. Diese Risiken konnten uns aber nicht davon abhalten, unsern bewährten Vicedirigenten, Peter Mühlemann, zum neuen Dirigenten zu wählen. Heute sind wir davon überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben. Im Februar erhielten wir die freudige Mitteilung, dass unser Aktivmitglied, Elisabeth Degen, als Protokollführerin in den Vorstand des Kantonalen Musikverbandes gewählt wurde. Die Schweizerische Zentralkonferenz der Methodistenkirche vom 17. Mai in der MUBA durften wir mit verschiedenen Musikvorträgen umrahmen. Seit diesem Sommer werden unsere Jungmusikanten/Innen wieder durch eigene Lehrkräfte ausgebildet. Darum wurde auf eine Ausbildung durch den Kantonalen Musikverband verzichtet. Dies hatte verschiedene Vorteile. Im Vordergrund stand der engere Kontakt zum Lehrling. Als bewährte Kräfte stellten sich unsere Aktivmitglieder Peter Mühlemann, Robi Blumer, Kurz Kunz und Christina Flückiger zur Verfügung. Christina Flückiger hat bei uns das Trompetenspiel erlernt und war so begeistert davon, dass sie Musik studierte und im Sommer 1987 mit dem Orchester-Diplom für Trompete abschloss. Wir schätzen es sehr, davon profitieren zu dürfen. Es war für uns eine Selbstverständlichkeit am Matthäuskirchgemeindefest mitzuwirken da wir seit 60 Jahren unser Probelokal im Gemeindehaus haben dürfen. Für die Dirigentenprüfung des Kantonalen Musikverbandes vom 10. Juni stellte sich unsere Musik den Kandidaten – 5 Herren und einer Dame – zur Verfügung.

1982: Das Jahr stand für das gesamte Basler Blaue Kreuz ganz im Zeichen seines 100-jährigen Bestehens. Dass dabei die Blaukreuz-Musik nicht zurückstehen wollte, war selbstverständlich. So wirkten wir im Festgottesdienst im Münster und einem anschliessenden Platzkonzert vor dem Münster sowie an der Jubiläumsfeier im Gemeindehaus Oekolampad mit. Neben diesen Jubiläumsfeierlichkeiten galt es, unsere eigene Grossveranstaltung nicht zu vernachlässigen: das 18. Schweizerische Blaukreuz-Musikfest, welches am 12./13. Juni in La Chaux-de-Fonds stattfand. Obwohl die Marschmusik-Konkurrenz am Sonntag bei misslichen Wetterbedingungen durchgeführt werden musste, war es doch ein schönes Fest. Mit dem musikalischen Erfolg konnten wir zufrieden sein. Die Bewertung erfolgte erstmals nicht mehr in Form eines schriftlichen Berichtes, sondern durch Punkte, welche unmittelbar nach Beendigung des Musikvortages dem Verein bekannt gegeben wurden. Zur Abwechslung verbrachten wir am 13./14. November ein Musikweekend auf dem Mont Dedos (Jura) im Ferienhaus der Baselbieter Blaukreuzjugend. In intensiver Probenarbeit bereiteten wir das musikalische Programm unserer nächsten Jahresfeier vor. Die Erfahrung hat gezeigt, dass mit einer solchen "Retraite" die Basis für den musikalischen Erfolg unserer Jahresfeier gelegt wird. Bei aller Arbeit wurde der gemütliche Teil nicht vernachlässigt. Musikalisch wie kameradschaftlich bringen solche Wochenenden einen grossen Gewinn, deshalb wurden sie zur Tradition.

1983: Das Jahr begann erfreulich, denn wir konnten an der GV vom 16. Februar 6 neue Aktivmitglieder aufnehmen. Doch Freud und Leid sind nahe beisammen. Leider verstarb unser Ehrenmitglied Hans Bielmann, langjähriger Notenarchivar und Fähnrich. Wir haben am 7. April an seiner Beerdigung teilgenommen. Er wird uns, vor allem als Kamerad, jedoch auch dank seinen gut organisierten Reisen, stets in bester Erinnerung blieben. Anlässlich der Wahl zum Grossrats-Präsidenten vom 18. Mai spielten wir unserem Blaukreuzmitglied Herrn Dr. Hanspeter Mattmüller im Rathaus ein Ständchen. Besonderer Erwähnung wert ist das Kantonales Musikfest Basel-Stadt vom 17./18. Juni. Erfreulicherweise konnten wir hier in der 2. Klasse mit 107,0 Punkten den 2. Rang erreichen. Wir waren über dieses Resultat glücklich, hat sich damit doch der disziplinierte Probenaufwand gelohnt. Ganz im Sinn und Geist unserer Aufgabe haben wir an der Aktion "Brot für Brüder" am 19. Juni in der Kirchgemeinde Riehen-Bettingen mitgewirkt. Statt einer Musikprobe besuchten wir am 7. September die Besinnungswoche auf der Hupp, um den Teilnehmern mit Musik eine Abwechslung zu bieten.

1984: Das Bemerkenswertestes der GB war, dass Rolf Bielmann erneut das Präsidium übernahm, da Heinz Flückiger wegen zu grosser beruflicher Beanspruchung demissionieren musste. Bei der Delegiertenversammlung des Kantonalen Musikverbandes wurde unser Dirigent Peter Mühlemann in die Kantonale Musikkommission als Nachfolger von Nino Fantozzi gewählt. Mit Freude haben wir davon Kenntnis genommen. Die Teilnahme an der Landesverbandkonferenz des Blaukreuzvereins Baden-Württemberg führte uns im Mai nach Freiburg i.Br. Zu dieser waren auch Freunde aus Frankreich und der Schweiz eingeladen. Wir durften den Anlass musikalisch umrahmen. Dabei ging es auch mit Marschmusik durch die reizvolle Altstadt, wo eine Kundgebung gegen den Alkoholismus stattfand. Drei herrliche Tage verbrachten wir im Pfingstweekend vom 9.-11. Juni im Blaukreuzferienheim in Aeschiried.

1985: Ein Novum an unserer Jahrfeier vom 2. Februar war die Anwesenheit von Herrn Regierungsrat Prof. H.R. Striebel. In einer Ansprache bekundete er seine Sympathie zu unserer Institution, was dankbar zur Kenntnis genommen wurde. Zur Auflockerung unseres Tätigkeitsprogramms verbrachten wir im März ein Ski-Weekend auf der Engstligenalp und im Herbst eine Ferienwoche im Blaukreuzferienheim Aeschiried. Nebst Ausflügen ins Freilichtmuseum Ballenberg und auf den Niesen blieb uns viel Zeit zum Spielen, Musizieren usw. Die wohl wichtigsten Ereignisse waren ohne Zweifel die Radioaufnahmen vom 17. April unter der Leitung von Peter Mühlemann und die Teilname am 19. Schweizerischen Blaukreuz-Musikfest in Liestal. Hier verbrachten wir bei schönstem Wetter und bester Organisation zwei herrliche und interessante Tage. Dazu trug nicht nur unser sehr gutes Abschneiden bei den Wettspielen bei, sondern auch die Geselligkeit und die ausgezeichnete Kameradschaft aller Teilnehmer. Ebenfalls wichtige Anlässe waren ein Konzert im Schällemätteli und eines am Zollifest. Obwohl wir im Schällemätteli zu Beginn unserer Darbietungen mit einigen weniger erfreulichen Zurufen begrüsst worden waren, glauben wir den Insassen schliesslich doch noch eine erfreuliche Abwechslung geboten zu haben. Auf Einladungen haben wir an folgenden Veranstaltungen teilgenommen: An der 75-Jahrfierer der Traktatmission im Gemeindehaus Oekolampad sowie wiederum am 9. November an der Jahresfeier des Abstinenten-Turnvereins.

1986: Wir sind nicht unglücklich, wenn ein Tätigkeitsprogramm nach einem vergangenen strengen Jahr sich in bescheidenerem Rahmen abspielt. Einzig der Ausflug in den Europapark Rust kann als Ausnahme gewertet werden. Die gesamte Musik, inkl. Familienangehörigen, verbracht einen herrlichen Tag in diesem Vergnügungspark. Selbstverständlich gaben wir dort auch ein gut 1,5 stündiges Konzert, welches beim Publikum sehr grossen Anklang fand. Für uns, ob jung oder alt, bleibt es sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Es folgen öffentliche Konzerte, am 12. Februar im Jugendzentrum "Boiler" an der Eulerstrasse und als Besonderheit am 23. April ein Promenadenkonzert in der Schalterhalle des Bahnhofes SBB. Auch haben wir im Rahmen der Basler Kirchentage mit einem Konzert auf dem Münsterplatz mitgewirkt. Leider zählt das Jahr zu den traurigsten seit langer Zeit. So mussten wir am 20. März von unserem allseits geschätzten Ehren-, Vorstands- und Aktivmitglied Heinz Flückiger Abschied nehmen. Erst 51jährig, erlag er völlig unerwartet einem Herzinfarkt und hinterliess nicht nur im Familienkreis, sondern auch bei uns eine schmerzliche Lücke. Am 5. September verstarb zudem im Alter von 79 Jahren unser Ehren- und ehemaliges Aktivmitglied Reinhard Mischler. Obwohl er seit geraumer Zeit nicht mehr aktiv mitspielen konnte, besuchte er meist unsere Konzerte und zeigte bis zuletzt Interesse am Wohlergehen unseres Vereins. Wir werden unsere beiden Freunde in bester Erinnerung behalten.

1987: Unsere Tätigkeiten in diesem Jahr erden weniger von Anlässen beansprucht, dafür umso mehr von den Vorbereitungen zur 100Jahr-Jubiläumsfeier im nächsten Jahr. Nur drei Anlässe von besonderer Bedeutung waren auf dem Jahresprogramm. Zum Ersten hatten wir uns für die Durchführung der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Blaukreuzmusikverbandes verpflichtet. Am 28. Februar/ 1.März haben wir die verschiedenen Delegationen aus der deutschen und welschen Schweiz am Samstagnachmittag im Hotel Rochat empfangen und verpflegt. Anschliessend begaben wir uns mit den Gästen ins Jugendzentrum "Boiler". Durch unterhaltsame Darbietungen wurde den Gästen ein Abend mit gemütlichem Beisammensein geboten. Selbstverständlich fehlten die Trommler und Pfeifer nicht – ein hauch von Basler Fasnacht! Am Sonntagvormittag wurde die Delegiertenversammlung – der geschäftliche Teil – erledigt. Am 21. Juni war der "Eidgenössische Tag der Musik". Darum trafen wir uns am Nachmittag im Alters- und Pflegeheim "Wesleyhaus" und erfreuten die Insassen mit einem Konzert. Der Applaus zeigte die Freude an dieser Abwechslung. Am 6. September fand die Jubiläumsfeier "125 Jahre Eidgenössischer Musikverband" in Zofingen statt. Zu dieser Feier wurde von jedem Kantonalen Musikverband je eine Musik delegiert. Unsere Musik hatte die Ehre, Basel zu vertreten. Als einzige Blaukreuz-Musik marschierten wir mit Freude und ein wenige Stolz im Festumzug hinter der Blaukreuzfahne her. Am 25. Oktober folgte eine weitere Geburtstagsfeier. Wir waren eingeladen mit unsern Freunden "100 Jahre Blaukreuz-Musik Bern" zu feiern. Es war eine abwechslungsreiche und gemütliche Feier. Unseren Besuch werden sie nächstes Jahr an unserer Feier erwidern. Mit der GV vom 5. Dezember wurde das Vereinsjahr abgeschlossen.